Hungermarsch 2018 - Pressemitteilung Rheinpfalz

HAGENBACH/BÜCHELBERG/SCHEIBENHARDT/BERG: Mehrere Hundert Teilnehmer marschieren durch den Bienwald - Nach Hungermarsch wird mit 60 000 Euro gerechnet 

 

„Mit eurer Liebe und Hilfe kann ich Tausenden Kindern ihr Leben erhalten. Dafür danke ich euch“, sagte Pater Franklin Rodriguez bei der Abschlussveranstaltung des 37. Hungermarsches der Indienhilfe im Kulturzentrum in Hagenbach. Zuvor hatte Vorsitzender Hubert Borger (Kuhardt) das bisherige Spendenergebnis bekanntgegeben: 44.733 Euro waren bis gegen 16.30 Uhr eingegangen. Erfahrungsgemäß kämen da noch 10.000 bis 15.000 Euro nachträglich dazu, sodass wieder mit etwa 60.000 Euro gerechnet werden kann.

 

Über 400 Teilnehmer hatten sich nach dem Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Michael in Hagen-bach zur Wanderung durch den Bienwald aufgemacht, auf der es über Büchelberg, Scheibenhardt und Berg nach Hagenbach zu-rück ging. Über 25 Kilometer waren also für die gesamte Strecke zurückzulegen. Dazu kamen die Teilnehmer, die sich schon vor Beendigung des Gottesdienstes oder auf eigene Faust sich auf den Weg gemacht hatten. Fünf Jugendliche der Familie Ehrhardt aus Birkenhördt und Schweigen-Rechtenbach berichteten, dass sie jedes Jahr dabei sind, schon im Mutterleib mitgewandert seien. „Unsere Oma hatte schon zwei indische Kinder adoptiert“, erzählen. Auch Patricia Supper aus Büchelberg ist von Anfang an da-bei und läuft mit ihren Töchtern Johanna (17) und Ruth (14) die komplette Strecke mit einer Mittagspause in Scheibenhardt. „Wenn das für einen guten Zweck ist, macht man das gerne.“ Das meint auch Simone Becker aus Wörth mit Familie. „Man muss auch an die anderen denken, denen es nicht so gut geht.“ Sie hat vor bis Scheibenhardt – also etwa die Hälfte – zu laufen. 

 

Seit 20 Jahren ist Landrat Fritz Brechtel (CDU) dabei: „Das ist erlebnisbezogene Glaubensarbeit zu einem guten Zweck.“ Begleitet wird er dieses Jahr zum ersten Mal von seinem neuen Beigeordneten Christof Buttweiler (CDU), den der Gottes-dienst sehr bewegt hat, wie er sagt.

Darin hatte Hagenbachs Bürgermeister F. X. Scherrer (CDU) auf die Aktivitäten von Pater Franklin hingewiesen: „Verstoßen, verwaist, weggelaufen – jedes Jahr nehmen Pater Franklin und sein Orden der Pilar Fathers rund 300 Jungen und Mädchen auf, die nicht mehr wissen, wo sie auf der Welt bleiben sollen“, so Scherrer.

 

Nach der ersten Station in der Mehrzweckhalle in Büchelberg, wo es Tee, Brezel, Kaffee und Kuchen gab, traf sich die große Schar der Wanderer zum Eintopfes-sen am Bürgerhaus in Scheibenhardt. Der Wettergott hatte ein Einsehen. Bei einigen Sonnenstrahlen ließ es sich im Freien gut speisen und unterhalten. 

Auch Pater Franklin war mit seinen Mitbrüdern Pater Valerio und Pater Leno sowie Pfarrer Alexander Pomerrening hier eingetroffen. Er erzählt, wie vor 45 Jahren alles in Bergzabern begann und wie ihm die Arbeit mit den Kindern und den jungen Menschen immer noch große Freude bereitet. Dann zählt er eine lange Liste von Projekten auf, die als Hilfe zur Selbsthilfe dienen, ob Waisenhäuser, Schulen, Leprakrankenstationen oder Armenspeisung. Oder die Schule für Mädchen, die keinen Beruf haben und wie Sklaven arbeiten müssen, dann als Nähe-rinnen ausgebildet werden und später selbstständig arbeiten können. Pfarrer Pomerrening ist begeistert vom „großen Miteinander der Menschen, die sich hier für die Nächstenliebe einsetzen“ und freut sich über zahlreiche Jugendliche, die mitwandern. 

 

Info: Rechtzeitig zum Hungermarsch ist eine Biografie von Pater Franklin Rodrigues mit dem Titel „Eine Vision – Eine Mission – Ein Leben“ – erschienen. Darin beschreibt Autorin Simone Fischer die bewegte Lebensgeschichte des indischen Paters sehr berührend. Das Buch kostet 25 Euro. Davon gehen fünf Euro an die Indienhilfe. Jopa

 

Quelle: Ausgabe „Die Rheinpfalz Pfälzer Tageblatt“ - Nr. 61, Dienstag, den 13. März 2018, Seite 19

 

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